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Dienstag, 18. Oktober 2011

2. Roadtrip -> Mitteltaiwan

Vor 1 1/2 Wochen ging das Rudel wieder auf die Jagd :P. Markus, Raoul, Philipp und ich machten ein weiteres Mal von den günstigen Mietwagen Gebrauch, diesmal ging es Richtung Süden.

Der erste Stop war Tainan, wo wir Freitag Abends ankamen und ein Haus für uns allein hatten, weil weder der Besitzer noch andere Gäste da waren. Wir fanden noch eine richtig tolle Ausländerbar, mit Apfelcider und vielen weiteren tollen Bieren, Billard, Dart und gute Musik.

Trotz Bar ging es am nächsten Morgen fröhlich weiter. Was man so in Tainan machen kann, habe ich schon mal geschrieben, ich war ja letztes Jahr schon einmal dort. Deswegen durfte ich auch als kompetente Reiseführerin fungieren. Da Tainan ja ein paar Jahre in Holländischer Gewalt war, hatten wir besonders viel Spaß mit einem Holländer zu reisen =) Er hat zielgerecht seine Besitztümer zurückerobert!



Nachmittags sind wir dann Richtung Gebirge, genauer gesagt sind wir dem Highway 20 gefolgt. Das war eigentlich unser genereller Plan gewesen, beim Buchen der Unterkunft stellte sich allerdings heraus, das Großteile der Straße gesperrt sind, weil es einen Taifun gab (oder wars ein Erdeben? Vergessen). Wir sind dann einfach so weit gefahren wie es ging. Die Straße ist wirklich spannend, anders kann man es gar nicht sagen. Sie verläuft meist auf einem Kilometer Höhe, sodass die Aussicht meist eindrucksvoll ist. Vor allem die Instandhaltung der Straße (unter normalen Umständen, nicht nach einem Taifun oä) verschlingt jährlich allein 20 Millionen Euro. Man hat jedoch keine wirkliche andere Wahl, da die Straße die Verbindung von Tainan nach Taidong ist und somit halt quer über die Insel führt. Die Aufräumarbeiten jedenfalls sahen spannend aus!

Am Samstagabend sind wir in ein kleines Hotspringhotel gefahren, das erstbeste das wir fanden. Die Besitzerin meinte dauernd, dass ich niedlich und süß bin. Wir haben jedenfalls 2 Räume für einen Preis bekommen. Inklusive Frühstück und Zugang zu den Quellen haben wir da wirklich ein Schnäppchen gemacht! Die Quellen waren sogar noch besser als die beim letzen Mal, weil es 3 Becken mit unterschiedlicher Temperatur gab: 20 °, 30°, 40°. Insgesamt ein wahnsinnig schöner Abend!

Am nächsten Morgen sind wir noch so weit gefahren wie wir konnten, was so ca. 1 Stunde bedeutete. Wie gesagt, im Fall dieser Straße zählt der Weg als Ziel!

Nachdem wir umgekehrt sind, ging es nach Rueili weiter, ein hoch gelegenes Dorf, zu dem man am einfachsten kommt wenn man ein Auto hat. Die Gegend ist vor allem für die unzähligen Glühwürmchen im Frühling bekannt, aber auch den Rest des Jahres wunderschön. Berghänge voller Teeterrassen, charmante minsu, also Homestays mit fantastischen Gastvätern. Unseren fanden wir mit Vermittlung vom Activity Center. Der nette Gastvater lud uns sogar noch nach dem Abendessen (wir kamen relativ spät an) in sein Auto und fuhr uns tiefer in den Wald. Wir hatten etwas Pech mit den Wetterbedingungen, meinte er, weil man sonst mehr sehen könnte. Was wir aber gesehen hatten war schon klasse! Und zwar leuchtende Pilze!! Ich konnte zuerst gar nicht verstehen was er erzählt, wir würden Pilze suchen, das klang etwas verrückt. Aber es waren wirklich fluoreszierende Pilze! Wir fanden 3 Stück, sehr kleine, aber sie haben geleuchtet! Wenn es frisch geregnet hat, kann man mehr sehen, auch größere. Ich habe noch nie von leuchtenden Pilzen gehört, das war wirklich spannend. Natürlich sind die Bilder davon nichts geworden, aber damit ihr euch das in etwa vorstellen könnt, habe ich ein besseres Bild gegoogelt. Ich weiß jedenfalls, dass ich im Frühjahr zurückkommen möchte und die Glühwürmchen sehen möchte.

Morgens standen wir um 5 auf, der Gastvater fuhr uns dann auf einen Aussichtspunkt, von dem aus man einen fantastischen Blick auf den Sonnenaufgang hatte! Da es leider durchgängig bewölkt war, sind die Farben nicht so toll, aber man kann vielleicht erahnen warum ich die Berge so schön finde!


Nach dem fantastischen Frühstück (alles selbst angebaut und zubereitet) sind wir noch wandern gegangen... Heroesslope... soooo viele Stufen! Der Weg war es wert, aber es war sau anstrengend! Das kann ich nur sagen!!



200 Höhenmeter...



Mit wahrscheinlich jedem anderen kamen wir nach Taibei zurück, 7 Stunden haben wir leider noch gebraucht, da wir soviel Stau hatten. Wir mussten zum Glück nicht mehr bezahlen, aber dadurch hatten wir leider keine Zeit, zum Feuerwerk direkt hinzufahren. Es war ja der 10.10.100, also ein ganz wichtiges Datum hier in Taiwan. Das Feuerwerk konnten wir dann vom Dach des Dorms sehen, das war immer noch beeindruckend! Und damit war unser wunderbares Wochenende vorbei =)