Follow by Email

Montag, 1. November 2010

China

Das Tor des Himmlichen Friedens

Der Kaiserpalast

Unschwer zu erkennen...die Große Mauer und ich

Der Sommerpalast

Straßenszene aus Xi'an

Spielende Kinder in Xi'an

Auf der Stadtmauer von Xi'an

Himmelstempel

Da China meinen Blog nicht mag (bzw. blogspot), konnte ich dort keine Einträge schreiben. Deswegen gibt es jetzt nur Bildchen =)

Samstag, 28. August 2010

Mulan und die kranke, traurige Steffi

為什麼... bin ich bloss erkaeltet? Sowas von aetzend! Sone fiese Erkaeltung hatte ich echt noch nicht. Nicht das normale Hals weh, bissl Husten, dann Schnupfen, sondern das alles sehr viel staerker und dazu noch ein richtig heftiges Muedigkeitsgefuehl. Nicht so toll kann ich sagen.
Am Montag konnte unsere laoshi nicht, wir hatten sie aber vorher dazu ueberredet, Mulan auf Chinesisch zu gucken, was wir dann auch an diesem Montag gemacht haben. Es war nur irgendwie kaum einer da, nur die Haelfte des Kurses, der Rest war reisen. Aber ich wusste ja schon vorher, was Montag ansteht und habe deswegen den Freitag ausfallen lassen. Weise Entscheidung, denn die Chinesische Fassung ist toll! Mulans Geliebter Shang wird von Jackie Chan gesprochen...hen you yisi :D Ich mag eigentlich die deutsche Stimme lieber! Aber die Lieder sind auf Chinesisch sehr viel besser, ich werde mir sicherlich noch eine DVD Sammlung holen und eine CD Sammlung auch :)

Am Dienstagmorgen bin ich dann ins Krankenhaus gegangen (ist direkt gegenueber der Uni), da ich mich echt scheusslich fuehlte. Man geht hier wenn man krank ist ins Krankenhaus, Arztpraxen gibt es gar nicht.
Sehr lustig wars, als die meine Daten aufgenommen haben- sie haben meinen Zweitnamen mit meinen Nachnamen verwechselt, so dass ich nun Christine heisse XD. Als ich dann ins Arztzimmer kam, fuehlte ich mich in mein Chinesischbuch versetzt. Die Aufteilung im Raum ist gleich, und die Aerzte gleichen sich auch. Als er dann noch fragte, "你哪裡不舒服?" musste ich echt lachen. Er hat mich dann untersucht (eigentlich so, wie man das auch in Deutschland macht), und mir gesagt, dass es wirklich eine Erkaeltung ist (ich war wegen der tausend Mueckenstiche etwas besorgt) und mir gesagt, wo ich mir die Medizin abholen kann, was direkt neben dem Empfangstresen erfolgt. Dort bekam ich dann 4 sich in so einer Art Klarsichtfolie befindendne und aneinander geheftete Blaetter. Diese Blaetter beschreiben das Aussehen und die Dosierung der Medizin, und dazu sind dann die Tabletten genau durchgezaehlt beigelegt. Ich bekam drei verschiedene Tabletten und einen Hustensaft, alles drei Tage lang zu nehmen.
Fuer die ganze Behandlung und die Medikamente habe ich gerade mal 10 Euro bezahlt!

Am Tag selbst bin ich sogar im Unterricht gegangen, aber ab Donnerstag gings dann bergauf, mittlerweile ist es Sonntag und ich habe nur noch Schnupfen (der mit Nasenspray gut zu bewaeltigen ist). Also scheinen die Sachen gewirkt zu haben, wenn man bedenkt, dass ich Dienstag echt fix und foxi war!

Lustigerweise hat mir die Lehrerin dann so eine Gesichtsmaske angedreht. Die sind in Asien sehr gebraeuchlich, bei uns aber wir man so weiss nicht. Es gilt als Unart, in der Oeffentlichkeit zu husten und keine Maske dabei zu tragen.
Deswegen  habe ich dann am Mittwoch die Maske getragen, die eigentlich ganz okay ist. Ich finde das System der Masken echt super, denn somit stecken sich die Leute nicht immer gegenseitig an. Allerdings ist es sauheiss unter dem Ding, und die Brille ist mir immer beschlagen. Aber es ist okay, man kann damit leben.

Mittwoch abend war etwas deprimierend fuer mich, die anderen haben sich naemlich alle schick gemacht und sind feiern gegangen. Immerhin konnte ich etwas am Blog tippen, skypen und Emailsbeantworten. Ein ruhiger Abend also, aber wohl genau das Richtige, denn am Donnerstag Morgen hab ich gemerkt, dass ich wieder einigermassen gesund bin. Wir sind abends zum Shilin Nightmarket gefahren, wo man super essen kann und noch besser shoppen. Viel habe ich nicht ausgegeben, aber die beiden Sachen die ich jetzt habe, haben sich definitv gelohnt.

Freitag dann noch ein Test, und der Sprachkurs war vorbei. Unsere laoshi hat sogar geweint, Katha mit ihr und ich auch so eine heimlich Traene. Es ist schon traurig!! Ich mag unsere laoshi einfach viel zu gerne um jetzt wieder nach Hause zu fahren! Ein Monat und goodbye, ist doch doof!
Abends sind wir dann noch bei ihr zuhause gewesen (ihre Soehne sind soo suess, vor allem der Kleinste), Wi spielen, singen, einen bekloppten Film gucken und essen. Und entgueltig Abschied nehmen.

Freitag, 27. August 2010

Und schon das letzte Wochenende vorbei...






Wie schnell die Zeit vergeht...da ist ein Monat Taiwan auch schon wieder vorbei, und ich gammel am Flughafen herum und warte, bis der Taifun hoffentlich auch einmal wieder vorbei ist. Der wirft mich gerade etwas aus dem Konzept, denn wann jetzt der Flieger geht ist immer noch nicht klar, und ich sollte eigentlich um 1 fliegen. Nun muss ich um 2 nochmal vorbei kommen und nachfragen, was nun mit dem Flug ist. Ich konnte aber immerhin meinen Rucksack einchecken und die freundliche Air China hat mir nen Essensgutschein gegeben. Und da hier so ein PC rumsteht, kann ich auch freundlich mein Wochenende in dien Tasten haemmern.

Nach einem anstrengendem und traurigen Freitag bin ich am Samstag Morgen in die Innenstadt gefahren und habe von dort aus den High Speed Rail genommen, der die Strecke Taipei- Tainan in 2 Stunden schafft und sehr bequem ist. Leider auch sehr teuer, ueber 30 Euro, ich wollte es aber unbedingt einmal erlebt haben. Die Fahrt ist auch wirklich angenehm, vor allem weil ich sie komplett verschlafen habe und dadurch ruckzuck in Tainan war, der ehemaligen suedlichen Hauptstadt. Was an der HSRW aber etwas nervig ist, ist die Lage der Bahnhoefe, die alle eher ausserhalb der grossen Staedte liegen und deswegen noch extra mit Shuttlebussen angefahren werden muessen, sodass sich die Zeiteinsparung sehr schnell in Nichts aufloest. Letztendlich habe ich gegenueber dem normalen Zug nur eine Stunde gespart, und das ist es bei den Preisen eigentlich nicht wert.

In Tainan selbst habe ich mich auf der Suche nach einem Hostel aus meinem Lonley Planet gemacht, und auch mit Hilfe des Tourismusbueros tatsaechlich gefunden. Da ich in Besitz einer Youth Travel Card (die man so als junger Mensch einfach am Flughafen kriegen kann) bin, bekam ich sogar noch 20 Prozent Rabatt. In meiner ersten Nacht musste ich noch ein Doppelzimmer nehmen (was auch nicht wesentlich teurer ist, zu zweit reisen ist super guenstig), fuer 550 NTD, also 12, 13 Euro. Die zweite Nacht bin ich dann umgezogen in ein Einzelzimmer, 100 NTD ca. weniger. Da freut man sich doch so als Sparfuchs.
Die Lage des Labour Recreation Centers ist wunderbar, eine halbe Stunde Fussweg vom HBF, aber auch mit Busanschluss. Die Zimmer sind nicht der Wahnsinn, alles sehr alt und abgenutzt, dafuer aber sauber. Und----mit Badewanne... . Die nutzte ich dann auch abends brav aus, ich machte es Jana gleich und trank dabei sogar noch ein Qingdao Bier. Man bekommt wirklich Sehnsucht nach Kohlensaeure, so nach einer Zeit.

Am Samstag habe ich eigentlich nicht sehr viel geschafft, wie Ma Dawei hab ich mich in den falschen Bus gesetzt und bin genau in die verkehrte Richtung gefahren. Ich habe mich allerdings sehr gefreut, als der Busfahrer wie bei Ma Dawei (der kommt ja in unserem Lehrbuch vor) das Ergebniskomplement verwendete. Ich bin einfach sitzen geblieben und wieder zurueck gefahren, diesmal jedoch am HBF ausgestiegen. Dabei habe ich gesehen, dass es fuer 220 NTD nur eine Rueckfahrt nach Taibei gibt, mit dem Bus. Im Vergleich zu 1350 NTD doch ein Schnaeppchen! Deswegen habe ich dann auch direkt ein Ticket gekauft, um Montag  Nacht nach Taibei zurueckzufahren.
Noch ein wenig durch die doch ueberraschend grosse Stadt gebummelt und dann wie gesagt in die Badewanne gehuepft und dann wunderbar gelaxt geschlafen.

Mein bester Freund der Lonley Planet hat mir dann meinen naechsten Tag gewiesen, indem er naemlich fuer Tainan eine 6 km lange (ich denke es sind mehr) Route durch Tainans Innenstadt zeigt, die an den ganzen touristischen Hotspots vorbeifuehren. Tainan als alte Hauptstadt hat sehr viele Sputen europaeischer Kolonialmeister, vor allem von Hollaendern, die ein sehr grosses und bekanntes Fort in der Stadt gebaut haben. Was Tainan daneben so interessant macht, sind die vielen kleinen Tempel, die an jeder Ecke herauszuwachsen scheinen. Es gibt einige Matsutempel, einen sehr schoenen Konfuziustempel und einen Lady Linshui Tempel, der mir am besten gefallen hat. Er ist sehr ueberladen mit Details, aber die goldenen Farben leuchten wunderbar, und Lady Lanshui ist Schutzpatronin der Frauen und ihrer Kinder, sodass sehr viele Familien dort um Schutz bitten.
Es gibt aber auch Ehrfurcht einhauchende Tempel, wie den Dongyue Tempel, zu dem man geht, wenn man sich ueber die Nachwelt Gedanken macht. Die ganzen Waende sind deshalb mit Szenen aus dem Jenseits bemalt, die sehr alt sind und sich hinter Glas befinden, weswegen es leider nicht moeglich ist, vernuenftige Bilder zu machen. Soviel soll aber gesagt sein: Sie gleichen schon ein wenig den biblischen Vorstellungen der Hoelle gleichen. Viel Folter und aehnliches. Dazu sitzen ion einem Nebenraum viele alte Maenner und machen Musik, die die schauerliche Atmospaehre nur unterstuetzen.
Auch sehr interessant fand ich den kleinen Park, der fuer die 5 Konkubinen des Enkels Koxingas gewidmet ist. Koxinga, ein chinesischer General, ist bei der Machtuebernahme der Mandschus von Ming zu Qingdynastie nach Tainan gefluechtet und hat dort erstmal die Hollaender vertrieben, was ihm einige Sympathien der Einwohner einbrachte. Von Taiwan aus wollter er China wieder erobern. Wie spaeter noch einmal in der Geschichte sollte dies nicht gelingen. Sein Enkel jedenfalls, der Thronanwaerter war, hat sich den Qing letztendlich ergeben und sich selbst umgebracht. Seine 5 Konkubinen wollte er entlassen. Diese jedoch haengten sich alle 5 auf, um so ihre Ehrbarkeit zu demonstrieren. Dieser kleine Park ist ihnen und ihrer Ehre gewidmet. Ich lasse das ganze jetzt einmal unkommentiert.
Nach dem langen Wandern durch Tainan (auch mit mehrern Pausen zum Essen etc) war es auch schon wieder dunkel geworden und ich ging zurueck ins Hotel. Ich versuchte noch herauszufinden, ob es kulturelle Veranstaltungen oder aehnliches abends gibt, die Rezeption wollte mich aber nicht verstehen und verwies mich an ein Kulturcenter in der Pampa, das um die Uhrzeit sicherlich nicht mehr offen haben wuerde. Ich ging wieder baden und verbrachte den regnerischen Abend mit einem guten Buch.

Der naechste Morgen brauchte lange, aus Gruenden die ich vielleicht ein andermal berichte. Als ich dann Mittags in Anping war, war es bullig heiss. Ich hatte meine schweren Rucksack zum Glueck schon bei der Buscompany (UBus, direkt am HBF) lassen koennen, sonst waere ich in der Hitze wohl komplett eingegangen.
Anping liegt 3 km von Tainan Innenstadt entfernt, gehoert aber sicherlich noch dazu. Einer kleiner reizvoller Kanal zieht sich durch die Strassen, direkt nebenan liegt ein gruenes huebsches Sumpfgebiet (Muecken -.-). Anpig war frueher das Herz der Hauptstadt, am Meer gelegen und mit einem hollaendischen Fort. Diese Fort Anping ist auch sehr bekannt und hat mir besser gefallen als das in Tainan selbst. Die meisten Teile sind restauriert neugemacht, man findet aber auch einige alte Stellen. Das Wetter war im Vergleich zum Sonntag auch sehr viel besser, so dass die Bilder auch besser wurden. Ich troedelte wunderbar langsam durch das Fort und dann noch in einen Matsutempel, und dann war es auch schon 6. Mit einer netten Phillipinin, die nach Taiwan geheiratet hat, habe ich mich noch eine Weile unterhalten, bevor ich mich nach Tainan auf den Rueckweg machte.
Ich ging abends noch in Robin Hood (dummer Film, um ehrlich zu sein, stinklangweilig und ein Abklatsch von Gladiator -Russel Crowe schreit und gewinnt am Ende wow), dann zur Busstation gebummelt und ab in den Bus. Die Fahrt war super angenehm, ich hab geschlafen, das Licht war aus und die Leute still. Lustigerweise gibt es sogar Fernseher auf denen ICE AGE lief, sodass ich die Busfahrt im Vergleich zu meinen Zugfahrten sogar angenehmer fand! Jetzt habe ich auch so ziemlich alle Fortbewegungsmethoden in Taiwan ausprobiert- mit dem Flugzeug gekommen, die Metro, der langsame Zug, der schnelle Zug, der High Speed Zug, ein Boot, Mofa, Fahrrad, zu Fuss und den Fernbus. Und auch Auto, also va Taxi. Mehr an Fortbewegung kenn ich jetzt auch nicht!
Vom Bahnhof aus muss man zur West Bus Station und kann von dort aus einen Bus zum Flughafen nehmen. Das habe ich auch gemacht, und seit 6 gammel ich hier nun herum. Es gibt aber wunderbar weiche Sofas, sodass ich immer mal wieder fuer eine Stunde eingenickt bin. Joah, und jetzt warte ich auf neue Taifuninfos...

Dienstag, 24. August 2010

Das dritte Wochenende...Auf dem Meer, unter dem Meer, im Meer

Auf dem Meer, unter dem Meer, im Meer!


An der Ostküste von Ludao / Green Island

Fast wie in Irland

Bildunterschrift hinzufügen

Bilderbuch Sonenuntergang


Und mein drittes Wochenende rollte heran...wie schon vorhin mal erzaehlt, habe ich mir den Freitagunterricht gespart und bin morgens in den Zug nach Taitung eingestiegen. Mal wieder war ich mir nicht wirklich schluessig, wo ich hin wollte, und habe mich erst im Zug richtig entschieden. Und wieder einmal hat sich alles zum Guten gewendet :)
Man kann direkt am Bahnhof in Taitung ueber das Tourismusbuero ein Taxi, eine Faehre und einen Roller nach Green Island buchen, was ich auch bis auf den Roller gemacht habe. Etwas teuer mit 25 Euro im Vergleich zum Rest wurde ich recht zackig zum Hafen gebracht, denn um halb 4 faehrt dort das letzte Schiff. Das Wetter war mir wohlgesonnen, dachte ich, als ich aufs Boot stieg. Naja, wenn der nette Mann im Reisefuehrer sagt dass dies seine schlimmste Ueberfahrt jemals gewesen waere, dann uebertreibt er bestimmt. HAT ER NICHT! Man muss sich das in etwa so vorstellen: Du sitzt bequem, belaechelst die Tueten, und dann faehrt das Boot los. Du bist aus dem Hafen raus und die ersten grossen Welle kommen. Kein Ding. Dann gehts hoch und runter, jeder lacht, das ganze Boot ist ausgelassen und gluecklich. Dann bricht das erste Lachen ab und gleitet in Brechgeraeusche ueber. Und weiter 3 Minuten spaeter ist jeder still oder gerade ueber der Tuete. Ich habe noch NIE soetwas erlebt und bezweifle dass ich es nocheinmal erleben werde. Neben mir, hinter mir, vor mir uebergaben sich die Leute, trafen meist nicht, sodass sich in der Reihe vor mir das Erbrochene auf dem Boden sammelte. Ich koennte an dieser Stelle noch sehr viel mehr von meinen Eindruecken berichten, aber ich lasse es mal wieder. Soviel sei nur gesagt: Ich habs ohne ueberlebt, aber ich war echt fertig mit der Welt...
Trotzdem ist Green Island es wert!!! Man sollte vielleicht fliegen... . Die Insel hat ihren Namen nicht von ungefaehr, green ist hier wirklich alles! Und so wunderbar ueberschaubar! Es gibt eigentlich nur eine Strasse, die 20 km um die Insel fuehrt, und die fast jeder mit dem Mofa abfaehrt (aber ich habe ja keinen internationalen Fuehrerschein, deswegen ging das nicht).
Es scheint ziemlich Sitte zu sein, von irgendwelchen Hotels abgeholt zu werden, die Werbung machen wollen. Ich folgte auf das Mofa einer Frau und fuhr ein bis zwei Kilometer ins Ortszentrum, besah das Hotel und wollte die eh schon guenstigen 1000 NTD nicht bezahlen und bin weitergezogen, was auch problemlos moeglich war. Darauf folgte ein Tuerklinkenputzen, welches ich aber als sehr angenehm empfand, denn so kann man seine Sprachkenntnisse gut erproben. Fast jedes Hotel hatte trotz des nahen Wochenendes frei, die Preise lagen ueberall bei ca. 1000. Da jedoch der Bankautomat meine Kreditkarte nicht mochte, hatte ich nur ein sehr begrenztes Budget zur Verfuegung. Letztendlich bin ich in eine kleine Seitenstrasse abgebogen, und fand einen spottbilligen Homestay mit einer leicht schrulligen, aber netten Frau und ihrem Mann. Und mein Einzelzimmer fuer zwei Naechte fuer 700... nicht mal 20 Euro. Im Vergleich zu 50 Euro dann doch sehr zufriedenstellend. Das beste ist aber gewesen, dass der Mann Schnorcheln konnte, wozu ich dann auch am naechsten Morgen die Gelegenheit erhalten sollte.
Fuer 200 NTD habe ich allerdings erstmal ein Fahrrad gemietet und bin los, habe mir etwas zu essen geholt und dann die heissen Quellen angesteuert. Da muss man aber erst einmal hingelangen... die Dunkelheit hat mich eingeholt, und es ging auch auf einmal superstark bergauf- ich hatte ordentlich zu strampeln. Aber die Quellen entlohnen einen wirklich dafuer- eine der drei weltweit einzigen heissen Salzwasserquellen unter Sternenlicht zu erleben, ist einfach der reine Wahnsinn! Mit 5 Euro auch fast schweineteuer, aber diesen Luxus goennt man sich doch! Leider waren etwas viele Taiwanesen dort, das hat die Ruhe leicht gestoert. Man sollte die wohl wirklich in der Nebensaison oder unter der Woche machen, fuer sowas habe ich aber eh keine Zeit.
Danach die 10 Kilometer (zum Glueck flach) zurueckgefahren und todesmuede ins Bett gefallen.


Am naechsten Morgen um 7 habe ich mich mit dem Mann getroffen und wir sind gemeinsam zur Schnorchelbucht gefahren. Wer schon mal schnorcheln war, weiss, wie wunderbar bunt und lebhaft so ein Riff ist, und wie viele tausend kleine Fische sich dort tummeln! Ich bin ja weiss Gott alles andere als ein Fischfan, aber das Schnorcheln ist schon so eine Erfahrung. Ich hatte leider keine Unterwasserkamera dabei (darf man eh nicht). Mein Gastgeber hatte Toastbrot mitgebracht, und damit konnten wir wunderbar die Fische fuettern. Ich weiss weder ob das erlaubt ist oder ob man es machen sollte, auf alle Faelle kamen die Fische in Massen. Und sie sind gierig!! Ich wurde mehrfach gebissen. Ich wusste gar nicht, dass sowas moeglich ist!

Nach dem Schnorcheln sind wir auf dem Mofa wieder zurueck gefahren, nach dem Duschen habe ich das Radl geschnappt und bin noch ein wenig in der Gegend herumgekurvt. Es gibt einen wunderbaren kleinen Leuchtturm, der noch von den Japanern stammt. Viel Zeit zum Erkunden (im Flachen XD) hatte ich eh nicht, da ich mittags im Homestay essen sollte.

Dort gabs eine Suppe, die zuerst genauso aussah wie meine heissgeliebte Nudelrindersuppe von meiner Mutter, die sich dann aber als Fischsuppe entpuppte. Ich hatte den Fisch sogar morgends noch gesehen, es war also alle frisch. Ich habe dann nur die Nudeln daraus gegessen, ein Schaelchen, ich hatte eh wenig Hunger.
Kurzes Nickerchen, dann wollte ich einen Trail machen, der so nett Ancient Trail irgendwas hiess. Ich bin ganz schoen weit gekommen eigentlich, es war drueckend heiss und ich schwizte mich dadurch dappig. Der Weg war stinklangweilig, eine Strasse im Gruenen, die sich in Sepentinen den Berg hoch schlaengelte. Dann wurde mir schlecht, ganz ploetzlich. Hingesetzt, gewartet, wurde nicht besser, weitergegangen. Fuenf Minuten spaeter hing ich ueber rand und ass rueckwaerts. Ich ueberlebe dich schlimmste Ueberfahrt dies wohl so gibt, aber keine Fischsuppe. Ich vertrags wohl wirklich nicht! Ich hatte alles dabei und habe mir sogar noch die Zaehne geputzt, und fuehlte mich auch danach quitschfidel und habe mich dermassen ueber diese Situationskomik kaputt gelacht, dass ich schon fast Bauchkraempfe bekam! Nach zwei drei Kurven kam mir dann ein Auto entgegen und fragte mich, ob ich mit nach unten fahren wollte. Ich fragte wieso und bekam die wunderbare Nachricht, dass die Strasse weiterhin so langweilig bleibt und am Ende nurn Zaun steht mit dem Hinweis auf Militaergelaende und einem Verbot weiterzugehen. Ich fuhr also wieder runter.

Mit dem Bus (der sehr selten faehrt und den man auch kaum erkennen kann) bin ich in den Osten der Insel gefahren (vor allem den Berg), und dann dort herumgelaufen. Das ist wirklich sehr gut moeglich, denn die Klippen sind von atemberaubender Schoenheit. In der Dunkelheit machte ich mich dann wieder auf den Weg zurueck, nach dem ganzen Gelatsche war ich auch relativ gluecklich, als mich ein aelterer Herr auf dem Moped (wo ist eigentlich der Unterschied zu Mofa? Kann sein dass es auch ein Mofa war) wieder mit ins Dorf nahm.

Am naechsten Morgen stand ich um 7 auf, guckte raus und stellte fest, dass es in Stroemen regnete. Mittlerweile hatte ich auch schon heftige Halsschmerzen, ich muss mich im Zug erkaeltet haben. Nach kurzem Gespraech mit den Leutchen bekam ich die Info, dass es den ganzen Tag regnen wird. Ich habe mich deswegen auf den Weg zum Hafen gemacht und mein Ticket auf ein fruehers Boot umschreiben lassen. DAs geht problemlos, ich haette es nur beinahe verpasst, es sollte naemlich 5 Minuten spaeter schon fahren, und bis zur Ablegestelle war es auch noch ein gutes Stueck. Ich hetzte also in meinem sexy Regencape schwerbeladen im Platzregen zum Boot, und wurde Gottseidank wieder mitgenommen. Ich habe in der Richtung mehr Glueck als Verstand! Knapp kam ich auch drauf. Mir graute es ziemlich vor der Fahrt, aber lustigerweise war es kein bisschen schlimm und ich bin sogar eingeschlafen.

Auch der Zug kam innerhalb einer halben Stunde, bis Hualien konnte ich sogar noch einen Sitzplatz geniessen, dann musste ich aufstehen. Man faehrt ja ewig (6 Stunden weil wir Verspaetung bekamen), deswegen war es schon relativ anstrengend. Ich habe mich nach Hualien im Abteil auf den Boden zusammengerollt und geschlafen. Da gings mir auch schon nicht so gut, es ist wirklich eine starke Erkaeltung gewesen!!! Deswegen bin ich dann nochmal ins 101 gefahren und habe Vietnamesische Nudelsuppe gegessen. In Bonn immer mein Garant bei Erkaeltungen.
Als ich dann im Dorm angekommen bin, war ich doch relativ froh...

Freitag, 20. August 2010

Die dritte Woche... Karaoke und Lernen und der Horror



Die dritte Woche ist nun schon vergangen, man mag es kaum glauben...
Wirklich in die Innenstadt bin ich nicht gefahren, denn man kann sich sogar in unserem Wohnheim "vergnuegen", was unser Maedelszimmer plus Ben auch ausgiebig ausgenutzt habe- we proudly present our HORRORMOVIE! Er traegt den wunderschoenen Namen qu4 si4, zu deutsch Geh sterben!. Dazu muss man allerdings auch folgende Geschichte wissen: Unsere Laoshi hat naemlich jedesmal wenn wir uns verabschiedet haben genau dieses verstanden. Stattdessen haben wir immer nur Tschuess! zueinander gesagt, es hoert sich aber wirklich fast so an wie Geh sterben... . Auf die Idee kamen wir durch die Abgeschiedenheit unseres wunderbaren Wohnheims, mit den hell beleuchteten Gaengen und den einladenden Waschraeumen etc. Es steckt letztendlich sehr viel Arbeit hinter diesem 10 Minutenprojekt, die 3. und 4. Woche haben wir abends meist daran gesessen bzw. gedreht. Aber meiner Meinung nach lohnt es sich auch wirklich, denn gruselig ist er schon... wenn er online kommt, werde ich nen Link hier hinsetzen.

Neben solchem Zeitvertreib muessen wir auch ordentlich bueffeln. 70 Vokabeln die Woche, 3 Stunden Unterricht, Nachbereitungszeit (wie Hausaufgaben). Wer von meinen gespaltenen Persoenlichkeiten ist eigentlich auf die Idee gekommen, direkt nach der Klausurphase nen Sprachkurs zu belegen? Arbeit Arbeit Arbeit kann ich nur sagen. Aber auch hier merke ich wieder, dass es sich lohnt. Mittlerweile verstehe ich naemlich fast alles, was Laoshi so von sich gibt, und das ist sicherlich eine grosse Verbesserung. Und der Unterricht geht auch meist sehr schnell vorbei, denn wir machen immer andere Uebungen und DIE grosse Langweile kam jetzt auch nicht auf. Die Gruppe ist wunderbar dynamisch klein mit ihren 8 Leuten, von denen 4 allein aus Deutschland sind. Dazu noch ein Amerikaner, zwei Franzoesinnen und eine Suedkoreanerin.

Was hier in Taiwan unheimlich Spass macht ist Karaoke singen.

Katha, Ute und Ben

Dazu geht man nicht einfach vor den Fernseher und schmeisst Singstar rein, man zelebriert es richtiggehend, macht sich schick und mietet in einer groesseren Gruppe einen Raum. Und dann geht es los! Eigentlich ist egal wer gerade theoretisch das Mikro hat, es singen alle, und bewertet wird auch nichts. Es gibt einige englische Lieder, und ihre nachgedrehten Clips sind absolut bekloppt und unpassend, was die ganze Geschichte natuerlich noch spannender macht. Der Hintergrund ist einfach, die Karaokebar kann sich nicht die Originalclips leisten und greifen dann auf solch einen Kram zurueck. Hen you yisi!

YMCA
Die taiwanesischen Charts sind auch nicht zu verachten und nicht minder interessant, vor allem wenn man tanzbegeisterte Studentbuddys unter sich weiss. In diesen Videos wird naemlich fast die ganze Zeit getanzt, und Andy, der uns begleitet hat, hat dabei sein Koennen unter Beweis gestellt und uns eine Tanzshow geboten.
Martina mit Andy
Der Spass ist auch recht teuer, aber was tut man nicht fuer den Spass...15 Euro der Abend ist aber sicherlich auch noch im Rahmen des Machbaren.

Mittwoch, 18. August 2010

Zweiter Tag im Taroko Gorge

So, jetzt melde ich mich auch endlich mal wieder mit etwas Neuem... busy busy und so :)
Den zweiten Tag meines Taroko Wochenendes habe ich zwar auch früh angehen lassen, aber nicht ganz so anstrengend, denn immerhin musste ich ja auch zurück und den Montag vorbereiten. Ich hatte wieder einmal ein schweine Glück mit meiner Unterkunft, denn ich habe für ein Dormitory gezahlt, in dem nur ich geschlafen habe. Obwohl es für sechs Leute ausgelegt ist...kann man nicht anders als Glück bezeichnen.

Ich habe morgens um 7 das Frühstück genutzt, welches überraschend gut war, meine Sachen gepackt und dann direkt in Richtung des Shakadang Trails gemacht. Dieser Trail führt an einem wunderschönen Fluss entlang und ist ca 4.5 km lang, da man ihn aber zurücklaufen muss, kommt man auf ca. 9 km. Er geht eigentlich nur geradeaus, weder stark hoch noch runter, und da es einige Stellen mit Zugang zum Wasser gibt, tummeln sich dort die Tagesausflügler mit Kindern und "silly shoes". Vor allem die ersten 1.5 km sind echt bevölkert, und da es in beide Richtungen so geht, kann man nichts anders tun als Ruhe üben und Schlange stehen.
有人
 Aber der Weg lohnt sich trotzdem, denn das Wasser zur linken Seite ist kristallklar und türkisfarben. Also wirklich einladend... und nachdem sich an einer besonders schönen Stelle schon einige Einheimische getummelt haben, habe ich mich kurzerhand mit meiner Kleidung ins kühle Nass geworfen. Meinen Meterrucksack habe ich natürlich vorher abgelegt. Aber, das soll gesagt sein, etwas Besseres gibt es wahrscheinlich gar nicht, als sich nach all der Hitze und des Schwitzens einfach nach hinten fallen zu lassen.
Eines von den vielen Kindern dort

Tortz meiner pitschnassen Kleidung bin ich dann weitergelaufen, weiter durch das schöne Tal neben dem Fluss und den majestätischen Bergen .

Überraschenderweise ich
Der Endpunkt war mal wieder absolut unspektakulär, im Grunde genommen stand da nur sowas wie "Ende". Mit einem permit hätte man noch einen anderen Trail hochhiken können, aber so einen Permit muss man auch ne ganze Weile vorher beantragen, und daran hatte ich nicht gedacht. Außerdem war die Länge dadurch auch genau richtig, denn obwohl es nicht anstrengend ist, geht man dann doch eine Weile. Aber da der Tag noch recht früh war, erst kurz vor 12, habe ich mir noch ein stilleres Örtchen zum Baden gesucht, sodass ich meinen Badeanzug anziehen und in der Zwischenzeit meine anderen Klamotten trocknen konnte.
Mein kleines Paradies

Der Himmel auf Erden..Stille, Natur, klares Wasser und ich mittendrin. Ich will gar nicht wissen wie lange ich dort ungestört herumgeplantscht bin, auf alle Fälle ist meine Kleidung in der Zwischenzeit wunderbar getrocknet... .
Nach diesem tollen Bad habe ich mich dann an den Rückweg gemacht, die km zur Bushaltestelle heruntergelaufen und problemlos zum Bahnhof gefunden. Nur dann wurde es etwas trickreich. Ich hatte zwar Glück dass der nächste Zug innerhalb der nächsten Stunde kam, ich hatte aber nur noch für eine Haltestelle einen Sitzplatz bekommen. Immerhin eine halbe Stunde sitzen, aber dann musste ich mich verkrümeln. Entweder im klimatisierten Abteil stehen oder im Zwischengang sitzend schwitzen. Beides nicht der Bringer, ich habe mich aber fürs Sitzen entschieden. Es ging auch einigermassen, aber nach einer Weile ist man doch auch ziemlich fertig mit der Welt, und so war ich froh in Taipei, zuhause, angekommen zu sein.

Dienstag, 17. August 2010

Sisyphos, Indiana und ich oder: Don't worry!

Und jetzt folgt auch schon der Bericht zu meinem Wochenende...meinem 2. Wochenende, leider. So wenig Zeit nur noch und so viel zu sehen. Ich weiss gar nicht, wo ich Prioritaeten setzen soll. Ich moechte einfach alles von Taiwan sehen.
Mit ein paar anderen hatten wir eigentlich ausgemacht, zum Alishan zu fahren, einem Berg, von dem aus man eine wunderbare Aussicht haben soll, gerade wenn morgens die Sonne aufgeht. Wir hatten sogar schon eine Unterkunft, aber dann kam uns das Wetter dazwischen. Es waren ganz viele Gewitter ueber dem Gebiet. Deswegen haben wir dann auch alles abgesagt, und jeder ist so ca. seines Weges gegangen.
Ich selbst bin einfach mit gepacktem Rucksack und dem Wetterbericht zum Bahnhof gefahren und habe auf dem Weg dorthin entschieden, dass es dieses Wochenende wohl Taroko sein soll. Dementsprechend habe ich am Bahnhof ein Ticket geholt, fuer das ich sogar 20 Prozent Rabatt bekommen habe.
Der Zug fuhr allerdings erst 2 Stunden spaeter, sodass ich in Jincheng erst kurz vor 11 ankam. Die Zugfahrt selbst ist super angenehm gewesen. Wenn man rechtzeitig Tickets bestellt, bekommt man einen Sitzplatz, der mehr Platz bietet als ein Flugzeugsitzplatz. Also sehr angenehm.
Wie schon gesagt, kam ich erst gegen 11 am Bahnhof an. Es waeren sicherlich noch Taxis nach Taroko gefahren, aber die waeren wohl alle sehr teuer gewesen, und der kostenlose Shuttlebus am naechsten Morgen wohl eher weniger... . Somit beschloss ich, in diesem Minioertchen nach einer Unterkunft zu gucken, und nach kurzem Gespraech mit dem Schaffner bin ich los gegangen. Einige Meter weiter habe ich dann noch ein paar Passanten gefragt, die mich zunaechst in die selbe Richtung fuehrten. Wenn ich nichts gefunden haette, haette ich uebrigens einfach den naechsten Zug nach Hualien genommen, das sehr viel groesser ist und auf alle Faelle noch etwas Platz gehabt haette. Die Passanten riefen mich dann zurueck, und eine Mutter mit ihrem Sohn meinte, sie wuerden mich zu einem Ort zum Uebernachten bringen. Und tatsaechlich landete ich in einem Haus, von dem ich zuerst dachte, es waere eine Privatunterkunft. Weiche Decken, Kopfkissen, Dusche, was will man mehr. Das Maedchen, das mich dort in Empfang genommen hatte, brachte mich am naechsten Morgen auch zum Bus. Im Lichte des Tages habe ich dann auch die Plakette 'Homestay' gesehen, ein offizieller Schlafplatz von Privatpersonen angeboten, und dadurch sehr guenstig. Nur 300 NTS, also 7/8 Euro.
Mein kleines Lager
Der Free Shuttle Bus verbindet einen kleinen Ort mitten im Taroko Gebierge mit Hualien, das ca. eine Stunde entfernt ist. Alleine die Busfahrt hat die Anreise gelohnt, denn der Highway 8, der sich durch die ganze Schlucht schlaengelt, ist sozusagen malerisch gelegen. Links und rechts bauen sich die majestaetischen Gebierge auf, unterhalb der Strasse fliesst die groesste Zeit ueber ein Fluss. Dass es nicht an jeder Ecke der engen Strasse kracht, kann ich nur einer Vielzahl von Wundern zuschreiben.
In Tienshing oder wie auch immer das heisst, der Endstation jedenfalls, bin ich ausgestiegen, habe mir eine Karte gekauft und bin zum Youth Activitz Center, im Grunde genommen DER Anlaufstelle fuer Uebernachtungen dort. Und zum Glueck hatten sie auch noch etwas frei, 650 NTD im 6-er Zimmer. Also auch sehr guenstig. Und vor allem sollte sich zeigen, dass ich dieses Wochenende ein Glueckspilz war, denn niemand anderes gesellte sich zu mich und ich konnte die Nacht ganz allein verbringen.

Auf der Karte waren mehrere Trails angegeben, doch einer interessierte mich besonders. Der Lotuslake- Trail, der in 2 Stunden ca. zum Lotussee fuehren sollte. Dafuer musste ich aber erstmal dahin kommen, der Beginn des Weges ist naemlich 5 km von meinem Dorm entfernt, und ich wusste mir leider nicht zu helfen und bin einfach mal losgelaufen. Am liebsten waere ich nach der ersten Kurve wieder umgekehrt, so fertig war ich von der sengenden Mittagssonne. Aber dann wurde ich von zwei Taiwanerinnen mitgenommen, Gott sei Dank! Die Menschen sind so unheimlich nett und hilfsbereit, so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt!

Der erste Teil des Weges
Der erste Teil des Weges war wieder wunderschoen, entlang des Flusses, entlang der Felsen. Dann kam eine Bruecke. Und dann noch eine. Und ich hab ja Hoehenangst...und es waren so Haengedinger...Ich habs wirklich nur lautsingend ueber beide Bruecken geschafft, und das trotzdem noch immer mit schlotternden Knie. Aber ich habe die Bruecken besiegt!!
Es war noch viel hoeher, als es hier aussieht

Indiana...
Danach ging der Kampf aber erst richtig los... Stufen Stufen Stufen Stufen. Auf den naechsten 2 Kilometern gab es nur Stufen der uebelsten Sorte: Hoehe (meist sehr hoch) und Laenge von Schritt zu Schritt unterschiedlich, und dazu alles so steil! Ich musste dauernd Pause machen, denn bei 37 Grad in der Sonne ist das wahrlich kein Spass.

...Sisyphos...

Wunderbare Aussichten
Irgendwann kam ich dann aber auch tatsaechlich oben an- und bin am "See" vorbeigelaufen. Ein paar Miniaturhaeuslein stehen da herum, und da dort auch Taiwanesen waren, konnte ich die mal fragen. Sie eroeffneten mir, dass dieses Wasserloch tatsaechlich dieser See sein soll. Das Bild aus dem Prospekt waere allerdings 10 Jahre alt. Wunderbar, da freut man sich doch! Wirklich etwas sehr enttauschend.

Wasserloch oder so?!?
Da der Trail aber so schoen gelegen ist und am Ende noch durch eine Art Tal fuehrt, wurde ich trotz allem entlohnt.

Tropische Waelder...
Die Taiwanesen, die sich in den kleinen Haeuslein befanden, waren uebrigens Freiwillige aus Taipeh, die dort oben nach dem Rechten zu schauen und durstige Wanderer (und was ich fuer einen Durst hatte!!) zu versorgen. Bestimmt eine halbe Stunde sass ich in Einklang mit ihnen und der Natur dort oben und genoss den Ausblick.

...und ich
Danach ging es wieder runter, die vielen Treppen hinab bis mir die Knie schlotterten und ich den Trail dann muede aber zufrieden gemeistert habe. Ich wurde sogar noch ein weiteres Mal mitgenommen...

Das sonnige Tal
Im Center dann wieder angekommen, habe ich nur noch schnell geduscht, zu Abend gegessen und bin dann ins Bett gefallen.

Donnerstag, 12. August 2010

Die zweite Woche...oder: Taipeh 101, Tee und Chiang Kai-Shek

Die zweite Woche ging eigentlich wie im Flug vorbei. Es ist ziemlich faszinierend, wohin die Zeit so gehen kann, wenn man nicht genau darauf achtet!
Montag war nach dem anstrengenden Wochenende etwas xiuxiu angesagt, sodass ich erst am Dienstag richtig in die Woche gestartet bin. Und zwar dann auch richtig...mit dem Taipeh 101 naemlich. Das mittlerweile leider nur noch zweithoechste Gebauede der Welt, aber immerhin! 508 Meter und 101 Stockwerke (danach der Name...) sind einfach gigantisch. Gigantisch sind auch die Preise: Ueber 10 Euro fuer eine Fahrt nach oben, dass sind fuer hiesige Verhaeltnisse ein halbes (unverschaemtes) Vermoegen. Deswegen werde ich mir die Fahrt nach oben wohl fuer den letzten Tag aufheben, vor allem wenn das Wetter mitspielt, denn ansonsten lohnt es sich nicht wirklich. \

Was fuer Dimensionen!
Katha, Ute und ich sind aber hingefahren, um es uns zumindest von unten einmal anzusehen und drinnen zu essen. Es gibt naemlich eine riesige Essenslobby: In der Mitte tausend Tische (naja, das ist wohl etwas uebertrieben...) und aussen drum herum befinden sich viele verschiedene Essenslaeden, von Indisch ueber chinesisch nach Vietnam eigentlich die ganze asiatische Kueche und teilweise sogar etwas italienisch oder amerkianisch (wenn man davon als Kueche ueberhaupt sprechen darf, denn eigentlich sind damit nur die Fastfoodlaeden gemeint). Ich habe sogar meine heissgeliebte vietnamesische Nudelsuppe bekommen! Die Preise sind zwar um einiges hoeher, aber im Vergleich mit Deutschland immer noch sehr viel geringer.
In den Stockwerken darueber befinden sich tausend Einkaufsmoeglichkeiten- jedoch alle nicht bezahlbar. Tiffanys reiht sich an Cartier, hippe asiatische Marken denen wohl ein Erfolg wie Ed Hardy bevorsteht, haben ihre Laeden direkt neben Gucci und Prada.

Was haben die sich dabei gedacht? War jedenfalls sehr lecker!
Und mittendrin wir mit unseren Trekkingsandalen und einem super leckerem Eis auf der Hand. Uns traf durch das Eis der absolute Zuckerschock, und somit giggelten wir uns durch die teuere Umgebung.

Mittwoch dann war Maokong angesagt. Maokong ist etwas zwischen Huegel und Berg, direkt vor unserer Haustuer eigentlich. Obwohl man den Weg sicherlich gut zu Fuss erledigen kann, haben Katha, Danna und ich dann doch die Gondelbahn bevorzugt, die sich in einer halbstuendigen Fahrt den Berg hochzieht. Von ihr aus hat man einen wunderschoenen Blick auf die Stadt, die jedoch durch etwas Pech von der Wolkendecke verhangen wurde. Man konnte aber noch genug sehen, nur als Fotowetter taugte es nicht allzuviel.

Leicht diesiger Blick
Der Huegel ist vor allem wegen seiner vielen Teehaeuser beliebt, die dort oben ueber Taipeh mitten in der Natur einen Blick auf die Stadt mit einer beschaulichen Teezeremonie bieten. Natuerlich haben wir uns in einem der Teehaeuser breitgemacht (wenige hatten allerdings um 10 schon offen, also wenig Auswahl). Der Tee, den wir ausgesucht haben, war nicht unbedingt mein Fall, denn er war sehr sehr bitter und somit ohne Zucker eigentlich ungeniessbar.

Habe mich natuerlich auch verbrannt
Dafuer war die Zeremonie als solche umso interessanter. Sie hier zu beschreiben ist mir eigentlich zu kompliziert, so viel soll jedenfalls gesagt sein: Es ist spannend.

Hoechste Konzentration

Am Donnerstag habe ich mich morgens noch verselbststaendigt und bin Richtung Stadt gefahren und beimn Chiang Kai-Shek Memorial ausgestiegen.

Blick auf das Eingangstor
Der Komplex besteht aus der eigentlichen Halle und einem grossen Vorplatz, der von der Nationalen Theaterhalle und der Nationalen Konzerthalle flankiert wird. ZurStrasse hin gibt es auch einen sehr netten kleinen Park.

Der Platz von der Memorialhall aus fotographiert

Der kleine Park
Der Name des Komplexes ist eigentlich auch schon sehr interessant. In meinem Reisefuehrer, der von 2007 ist, steht, dass die Regierung damals wohl versuchte, den Namen in Nationale Demokratiehallen zu aendern und die riesige Statue Chiang Kai- Sheks zu entfernen. Es heisst aber immer noch Chiang Kai-Shek Memorial Hall, denn mit einem Regierungswechsel wurde der Streit beendet und die Namensaenderung, die vom Parlament sowieso nicht genehmigt wurde, rueckgaengig gemacht. Aber daran erkennt man eigentlich ganz gut, dass sich Taiwan dann doch mit seiner Geschichte auseinandersetzt. Jetzt allerdings ueber die Taiwan- China Streitigkeiten zu berichten, wuerde viel zu sehr ausufern, abgesehen davon dass ich noch nicht wirklich eine Durchblick habe.

Sieht eigentlich sehr nett aus
Die 88 Stufen zur Halle jedenfalls symbolisieren die 88 Lebensjahre des Diktators (ohne dieses Wort jetzt zu bewerten!) .

Die eigentliche Memorialhall
Ich war sogar etwas enttaeuscht von der Halle. Es ist zwar insgesamt ein sehr schoener Fleck, aber soo besonders fand ich ihn dann doch nicht.

Sonntag, 8. August 2010

Zweiter Tag des Wochenendtripps

So, nun berichte ich auch endlich mal wieder etwas...und zwar die Fortsetzung vom Wochenende, sprich der Sonntag.
Wir haben ja in diesem wunderschoenen Tempel uebernachtet, von dem wir abends wegen der Dunkelheit und des Regens nicht wirklich viel sehen konnten. Wir hatten eigentlich ausgemacht, morgens um 5 aufzustehen, damit wir uns das Wetter angucken und danach entscheiden koennten, ob wir uns an den zweiten Teil des Trails heranwagen oder ob wir es besser lassen. Eigentlich hat es nur Jana geschafft, so frueh richtig rauszukommen. Sie stand auf, ging raus und kam bald danach wieder herein. Das Licht waere schoen, vor allem zum Fotographieren, aber der Himmel sei zugezogen. Ich war wohl die einzige, die das gehoert hatte, die anderen schliefen anscheindend. Ich nahm auch meine Kamera und zog in Schlafsachen durch den Tempel und machte ein paar Bilder. Danach sind wir aber direkt wieder schlafen gegangen.
Morgenstimmung im Tempel
Ein glaenzender, kitschiger und deshalb wunderschoener Tempel...
Um 7 klingelte der Wecker erneut, und diesmal schafften wir es auch tatsaechlich alle innerhalb einer Stunde aufzustehen. Das Wetter hatte sich immer noch nicht verbessert.
Deswegen haben wir uns Ewigkeiten Zeit mit dem Fruehstueck gelassen... erst gegen 11 waren wir alle fertig.


Auslaender sind faszinierend...
Morgens ist im besinnlichen Tempel meist richtig viel los

Im Hintergrund sieht man die Trommeln, von denen er begleitet wurde
Spontan entschieden wir uns dazu, den Zubringerweg (der also erst zum Trail fuehrt) zu laufen und zumindest die Aussicht zu geniessen.

Die Insel im Hintergrund hat den Name "turtle island"...warum nur?
Auch dieser Weg bestand wieder aus Stufen, es gab aber aussenrum in Schlangenlinien sozusagen einen weiteren, geraden Weg. Diesem sind wir auch gefolgt, war es doch am Tag zuvor anstrengend genug gewesen.

Dieser Weg ist doch etwas humaner...
Wieder einmal sollte sich aber zeigen, dass sich der Weg lohnt! Die Aussicht ist einfach wahnsinnig schoen, und vor allem wenn man nicht dauernd auf den Boden gucken und achten muss... .

Schon fast ganz oben...
Oben angekommen war es richtig windig, sodass wir uns sogar tatsaechlich etwas abkuehlen konnten. Relativ unschluessig standen wir dann vor dem Informationsschild, dass der wirklich Teil des Trails, von Dali nach Fulong, "nur" 6.9 km lang sein sollte.

Verlockend!
Naja, so viel kann das ja nicht sein, und uns gings ja eigentlich ganz gut. Und ueberhaupt, den gleichen Weg zweimal laufen, also runterlaufen? Schnell haben wir uns dafuer entschieden, auch den zweiten Teil zu laufen. Und wieder hat es sich gelohnt, ABER ich war danach wirklich muede und fertig. Denn man braucht doch seine Zeit um so einen Weg zu laufen, der zwar groesstenteils bergab geht (bis auf ein wirklich anstrengendes Stueck wo man gar nicht mehr von ausgeht dass da noch eine Steigung kommt), aber man muss wegen der Treppenstufen mal wieder sehr genau aufpassen. Ueberraschenderweise spielte aber das Wetter mit, das war auch eigentlich die Hauptvoraussetzung. Gezeigt hat sich ein schoener Weg durch den Urwald, mit Killerbienen (die einen wirklich Angst machen koennen) und nicht ganz sol wild lebenden aber immer noch sehr grossen Wasserbueffeln, tausend Schmetterlingen und wieder einmal traumhaften Aussichten.

Ueberall haengen sie herum...

Blick auf den gegenueberliegenden Berghang

Nur fast freilebend...
Das letzte Stueck des Weges (2-3km) zog sich doch noch ziemlich, aber letztendlich kamen wir doch tatsaechlich in Fulong an. Fulong liegt ja direkt am Meer, und da es noch sehr frueh war (4 oder so), haben wir dem Strand einen kurzen Besuch gewidmet. Es gibt fast nichts besseres als nach einem Tag von oben bis unten durchgeschwitzend zu wissen, dass man in nur ein paar Sekunden im Wasser liegen kann... dementsprechend schnell haben wirs ins Meer geschafft.

Der Strand kurz vor unserem Aufbruch
Lange haben wirs allerdings nicht am Strand ausgehalten, da der Hunger an uns nagte. Also wieder angezogen und weitergegangen... nach einer kurzen Odysee in Fulong sind wir in einem Fischrestaurant am Strand gelandet. Fuer mich gabs wieder einmal nur Reis und dieses Knoblauchgemuese. Aber die anderen hatten sich natuerlich wieder Fisch bestellt und dazu noch Shrimps... und dabei spaltete sich die Truppe. Einige meinte der Fisch in Fulong sei noch besser als der in Daxi, die andere Gruppe meinte der Fisch in Daxi waere das beste. Also muessen beide sehr lecker gewesen sein ;) .
Nach einer ewig andauernden Zugfahrt (die eigentlich nur 2 Stunden dauerte), landeten wir wieder in Taipeh. Und fanden uns dann auch relativ schnell in unseren Betten wieder. Ein sehr langes und anstrengendes Wochenende, dass sich aber in jedem Fall gelohnt hat...!!!